Naturkosmetik

Überall locken vermeintliche Naturprodukte in den Kosmetikregalen die Kunden. Cremes mit Kamillen-Extrakt, Deos aus Rosenwasser und Zahnpasta mit Orangenblüten klingen erst einmal gut und äußert natürlich, doch sind sie das nicht immer. Wer seine Haut ohne chemische Zusätze pflegen möchte, sollte vor dem Griff ins Regal genauer hinschauen. Denn viele Hersteller nutzen das steigende Interesse an Kosmetika mit natürlich Stoffen aus und versehen ihre Produkte “bio”- oder “natural”-Aufschriften, wovon sich nur ein minimaler Anteil tatsächlich darin verbirgt. Diese sind dann beispielsweise mit Substanzen auf Mineralölbasis hergestellt und führt Kunden in die Irre, die sich von Verpackungen anlocken lassen, auf denen ein Stückchen Natur abgebildet ist. Diese Verunsicherung wird auch durch sämtliche Qualitätssiegel unterstützt, die versprechen sollen, was beispielsweise bei stark aufhellenden Haarfärbemitteln gar nicht möglich ist. So lassen fast alle diese Siegel auch Konservierungsstoffe zu, die naturidentisch sind.
Deshalb sollte sich vor dem Kauf eingehend mit den Inhaltsstoffen beschäftigt werden, die Hersteller verpflichtend auf ihren Verpackungen angeben müssen. Zwar fehlen in den Naturprodukten oftmals künstliche Duftstoffe und Haltbarmacher, doch können sie trotzdem ein deutlich höheres Allergierisiko birgen. Allerdings stehen sie konventioneller Kosmetik nicht nachweislich in Sachen Verträglichkeit nach. Auch die Wirksamkeit natürlicher Wirkstoffe ist nicht geringer als bei chemischen. So konnte bereits nachgewiesen werden, dass ätherisches Zitronengrasöl eine fünfmal stärkere Wirkung erzielt, als die synthetische Salicylsäure, die als herkömmlicher Wirkstoff gegen Pickel eingesetzt wird. Ebenso ist die Dauer der Haltbarkeit durch natürliche Zusätze schon lange nicht mehr eingeschränkt.

Bedenken müssen Kunden jedoch auch, dass die “Natur” für ihre Haut, nicht auch gleich der Natur selbst zugute kommt, denn schon jetzt stehen 15 000 Pflanzen, die für die Herstellung von Nahrung, Kosmetika und Arzneimittel genutzt werden, in ihrem Lebensraum unter akuter Bedrohung.

 

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