Alte Hochzeitsbräuche neu aufgelegt

Der wohl bekannteste Hochzeitsbrauch besagt, dass die Braut bei der Hochzeit etwas altes, etwas geliehenes und etwas blaues zum Brautkleid trägt. Dieser Hochzeitsbrauch stammt aus dem viktorianischen Zeitalter in England und heut auch in Deutschland viele Nachahmer gefunden. Interessant ist vor allem, warum so ein Hochzeitsbrauch entsteht und was er bewirken soll. In diesem Artikel möchten wir die traditionellen Hochzeitsbräche, die man auch heute noch kennt, einmal vorstellen. Auf der Webseite das-hochzeits-magazin.de finden Sie weitere Informationen zum Thema Heiraten und Hochzeit.

Den Bund der Ehe einzugehen ist für zwei Menschen, die sich lieben und ihren zukünftigen Weg nun auch offiziell gemeinsam bestreiten wollen, ein großer Schritt. Hochzeitsbräuche sind dafür gedacht, Braut und Bräutigam einen guten Start in die Ehe zu ermöglichen. Damit dies auch gelingt, sollte man sich mit der Symbolik der Hochzeitsbräuche vertraut machen und sich diese ins Bewusstsein rufen.

Etwas Altes, etwas Geliehenes etwas Blaues

Wie bereits oben ausgeführt, stammt dieser Hochzeitsbrauch aus England. Aber auch in Deutschland findet dieser alte Brauch immer mehr Anhänger. Dem Brauch zu Folge sollte die Braut diese Dinge bei der Trauung tragen. Und da der Phantasie keine Grenzen gesetzt sind, kommt etwas Neues und natürlich auch der Glückspfennig dazu, sofern man noch einen Pfennig hat. Sonst nimmt man natürlich den Cent.

  • Das Alte steht für die Vergangenheit
  • Das Neue steht für die Zukunft des Brautpaares
  • Das Geliehene steht für Vertrauen und für soziale Bindungen des Brautpaares
  • Das Blaue steht für die Treue
  • Und der Pfennig / der Cent steht für Wohlstand

Das Alte ist meist ein Schmuckstück von der Oma oder der Mutter der Braut. In vielen Fällen denkt die Mutter oder Oma schon daran, dieses Schmuckstück zu übergeben. Bei dem Neuen handelt es sich oft um das Hochzeitskleid. Bei dem geborgten handelt es sich meist um das bestickte Taschentuch von der Freundin. Und bei dem Blauen handelt es sich um das blaue Strumpfband, dass für die Treue steht. Wenn die Braut ein Geldstück im Hochzeitsschuh belässt und das den ganzen Tag, dann soll Reichtum anstehen oder auf jeden Fall finanzieller Wohlstand.

Der Brautstrauß

Der Brautstrauß wird der Braut vom Bräutigam überreicht. Heute kann man es kaum noch glauben, aber früher wurde der Brautstrauß genutzt um einen Wohlgeruch zu verbreiten. Normalerweise wurde in der Kirche Weihrauch genutzt, um die Gerüche, die auf die mangelhafte Hygiene der Besucher zurückzuführen waren, zu übertünchen. Der Brautstrauß hatte ebenfalls die Aufgabe, diesen üblen Geruch zu überdecken. Zum gleichen Zweck wurden auch Rosenblätter vor der Braut verstreut.

Am Abend der Hochzeit stellen sich die unverheirateten Frauen hinter der Braut auf. Diese wirft den Brautstrauß hinter sich. Die jenige Frau, die den Brautstrauß fängt, darf mit einer baldigen Hochzeit rechnen. Das besagt jedenfalls dieser Hochzeitsbrauch.

Einen Baumstamm durchsägen

Beim Baumstammsägen geht es um mehrere Dinge. Einmal sollen Braut und Bräutigam zeigen, dass sie in der Lage sind, eine gemeinsame Aufgabe zu erfüllen. Und Holz zu sägen, war wichtig. Ohne Brennholz blieb die gemeinsame Wohnung kalt und man konnte auch kein Essen kochen.

Die zweite Bedeutung ist das sogenannte Wegsperren der Braut. Nur wenn die Hindernisse gemeinsam von der Braut und dem Bräutigam aus dem Weg geräumt werden, dann gelangen sie zueinander und einer gemeinsamen Zukunft steht nichts im Weg. Der Baumstamm steht dabei stellvertretend für eines der vielen Hindernisse. Das Zersägen des Baumstammes steht für die Bewältigung der Hindernisse.

Gemeinsam Bänder durchschneiden

Die Bänder oder Seile stehen auch hier für ein Hindernis, das Braut und Bräutigam vor einer gemeinsamen glücklichen Zukunft trennen. Wenn es dem Brautpaar gelingt, diese Bänder oder Seile zu durchschneiden, dann steht einer gemeinsamen Zukunft nichts mehr im Weg. Heute ist das eher ein symbolischer Akt. Und natürlich wird es dem Brautpaar auch gelingen, die Bänder zu durchschneiden. Umso wichtiger ist die Symbolik, die hinter diesem Hochzeitsbrauch steht und dass man sich dieser Symbolik auch bewusst ist.

Der Polterabend

Dabei handelt es ich um einen sehr alten Brauch. Wie alt dieser Brauch ist, kann man nicht mit Bestimmtheit sagen. Das zerschlagen von Steingut und der Lärm der dabei entsteht, soll die bösen Geister vertreiben. Geister können angeblich keinen Lärm vertragen. Sie ziehen sich dann zurück und bleiben auch der Hochzeit fern.

Glas darf aber auf keinen Fall zerschlagen werden, da es als Unglückssymbol gilt. Der Hochzeitsbrauch sagt auch, dass die Scherben vom Brautpaar gemeinsam zusammengekehrt werden. Der Polterabend findet traditionell am Abend vor der Trauung statt.

Der Brautschuh

Der Brautschuh wurde mit gesparten Pfennigen bezahlt. Damit wollte die Braut zeigen, dass sie sparsam mit Geld umgehen kann. Heute ist das Ganze etwas schwieriger, denn viele Geschäfte weigern sich, eine große Menge an Kleingeld als Zahlungsmittel anzunehmen.

Trotzdem ist es ein schöner Brauch. Cent für Cent kommt man der Vorstellung einer schönen Hochzeit näher. Die Brautschuhe können dann auf der Hochzeit versteigert werden. Natürlich wird der Bräutigam das höchste Gebot für die Schuhe abgeben. Das ist jedenfalls zu hoffen.

Anschneiden der Hochzeitstorte

Obwohl es heute kaum vorstellbar ist, galt die Hochzeitstorte als Symbol des Wohlstandes. Wer konnte sich früher eine mehrstöckige, reichlich verzierte Hochzeitstorte leisten. Das waren die wenigsten Brautpaare. Die Hochzeitstorte wird vom Brautpaar gemeinsam angeschnitten.

Dabei wird darauf geachtet, wer die Hand oben hat. Denn derjenige, der die Hand oben hat, der hat angeblich das Sagen in der Ehe. Achten Sie doch einmal darauf wie Politiker die eigenen Wähler begrüßen. Sie reichen sich die Hand und legen dann die linke Hand darüber, eine Geste der Macht. Eine andere Deutung besagt, dass derjenige, der das Messer in der Hand hält, das Sagen in der Ehe hat.

Reis werfen nach der Trauung

Reis werfen ist zum Beispiel ein Brauch, der immer noch angewandt wird. Reis steht symbolisch für die Fruchtbarkeit. Mit dem Reiswerfen ist der Wunsch nach einem Kindersegen verbunden. Allerdings hat das Reiswerfen auch einen Nachteil. Reis kann im Magen der Vögel aufquellen und lebensbedrohlich für die Vögel sein. Deswegen sollte man Vogelfutter anstelle von Reis verwenden. Statt mit Reis oder Vogelfutter kann man das Brautpaar auch mit Seifenblasen erfreuen oder mit Papierkonfetti bewerfen.

 

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